Bild: © Melanie Eckert
Hier ein kleiner Überblick über meine persönlichen Festivalhöhepunkte und ersten Eindrücke zur 24. Ausgabe des FILMZ – Festival des deutschen Kinos in Mainz. Der ausführliche Festivalbericht folgt bald.
Als gebürtige Mainzerin könnte man meinen, dass FILMZ längst zu meinen festen Kinotraditionen gehört. Doch erstaunlicherweise war das bislang (noch) nicht der Fall. Dieser Festivalbesuch war damit tatsächlich überfällig.
Schon zu Schulzeiten kannte ich das FILMZ – und nahm mir jedes Jahr vor, irgendwann hinzugehen. Aber damals fehlte mir der Mut. Ich dachte, dort irgendwie nicht hinzupassen: zu jung, zu wenig filmgebildet, zu unsicher. Und so blieb es lange beim Vorsatz.
2018 hatte ich dann die Ehre, im Capitol & Palatin als Programmkinomitarbeiterin anzufangen. FILMZ habe ich in dieser Zeit vor allem hinter den Kulissen erlebt: hinter dem Tresen, im Projektionsraum, im Kinosaal. Das Festival des deutschen Kinos wird vor allem von ehrenamtlichen, filmbegeisterten Menschen organisiert – überwiegend jungen Filmwissenschafts-Studierenden der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Und wie es bei ehrenamtlich getragenen Festivals oft der Fall ist, waren die Ausgaben sehr unterschiedlich gut organisiert – je nachdem, wer in welchem Jahr welche Aufgaben übernommen hat. Das soll nicht nach versteckter Kritik klingen, das ist schlichtweg die Realität eines jeden Filmfestivals, das auf die Mitarbeit von Ehrenamtlichen und Volontär*innen – und damit auf deren Engagement und Idealismus – angewiesen ist.
Mein „Irgendwann“ wurde schließlich die 24. Ausgabe von FILMZ – meine erste, die ich als akkreditierte Besucherin bewusst wahrgenommen und erlebt habe. Warum ausgerechnet 2025?
Weil ich nach der Berlinale, dem Filmfest München und dem Locarno Filmfestival endlich nicht mehr das Gefühl hatte: Was mache ich hier? Ich gehöre hier nicht hin. Weder so richtig zu den passionierten Kinobesucher*innen noch zum professionellen Fachpublikum.
Lange dachte ich, meine Liebe zum Film allein und der Traum, selbst mal Filme zu machen, gäben mir noch kein „Recht“, auf Festivals zu sein. Inzwischen weiß ich: doch genau oder gerade deswegen.
Ich habe die besagten Festivals als sehr unterschiedliche Communities kennenlernen und erleben dürfen. Umso neugieriger war ich auf die FILMZ-Community in meiner Heimatstadt, die mir ja teilweise bereits bekannt war. Gleichzeitig hatte ich die Befürchtung, dass sich weniger junge Menschen für ein Filmwissenschaftsstudium in Mainz entscheiden – zumal die Medienstadt Mainz im Vergleich zu anderen Studienorten filmkulturell eher klein wirkt: ein Programmkino, ein Multiplex – das war’s.
Da hab ich mich zum Glück getäuscht. Denn FILMZ hat spürbar jungen Zuwachs bekommen – und zwar nicht nur in Anzahl, sondern auch in Haltung. Viele neue Gesichter bereichern das Festivalteam mit ihrem Engagement, ihrer Freundlichkeit und Achtsamkeit; sie tragen das Festival in allen Bereichen mit, bis hinein in die Festivalleitung. Selten habe ich eine so herzliche, offene Danksagung an das eigene Festivalteam erlebt wie bei der Eröffnung (!) von FILMZ 2025. Dieser Moment allein hat mich sehr berührt – und hat gleichzeitig den Ton für die folgenden Festivaltage gesetzt.
Highlights
Features
- Heldin | 9/10 ♥️
- Night of the Coyotes | 8/10
- Wohin mit mir? | 8/10 ♥️
- Rabia | 7/10
- Der Tod ist ein Arschloch | 7/10
- Das deutsche Volk | 7/10

Bild: © Letterboxd / @hungrylikeafox
Highlights
Shorts
- Queer Exile | 7/10
- Square Peg in a Black Hole | 7/10
- Shut Up And Suffer | 6/10
- Häppchen | 6/10
Lowlights
Hier findet sich nur ein Film wieder, der mich im Gegensatz zu vielen anderen im Publikum deutlich weniger überzeugt hat – und der ironischerweise aber den Langfilmwettbewerb gewonnen hat.
- Danke für nichts | 4/10
Fazit
Neben der spürbaren Herzlichkeit des Festivalteams hat mich vor allem das Programm überzeugt: der Dokumentarfilm- und Kurzfilmwettbewerb, das Symposium „Arbeit und Klasse“, das Spotlight: Deutsch-Türkisches Kino sowie die vom Soroptimist Club Mainz kuratierten SI STAR-Filme.
Dass die Wettbewerbe vom Publikum entschieden werden, macht das FILMZ nur noch sympathischer – und beschließt mein Festivaljahr auf genau die liebevolle, inspirierende Weise, die ich mir gewünscht hatte.
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