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  • „Köln 75“ (2025) – Filmkritik: Die unglaubliche Geschichte hinter dem legendären „Köln Concert“

    „Köln 75“ (2025) – Filmkritik: Die unglaubliche Geschichte hinter dem legendären „Köln Concert“

    Bild: © Wolfgang Ennenbach / One Two Films

    Wie eine 18-Jährige das Konzert eines der meistverkauften Jazz-Soloplatten überhaupt möglich machte – und warum der Film ein Muss für Musikfans ist.

    Benannt ist der Film vom israelischen Regisseur und Drehbuchautor Ido Fluk nach der wahren Geschichte hinter einer der am häufigsten verkauften Jazz-Soloplatten bis heute, dem „The Köln Concert“ vom Pianisten Keith Jarrett aus dem Jahr 1975.

    Das Kuriose daran: Das Konzert stand kurz vor dem Scheitern. Wäre da nicht die entschlossene 18-jährige Vera Brandes gewesen, die das Konzert unbedingt auf die Bühne der Kölner Oper bringen wollte, während sie noch so nebenbei auf die Schule geht. Schon früh promotet und organisiert Vera erfolgreich Musikevents in Köln. Wie wahrscheinlich ist es, dass eine 18-Jährige mit einem einzigen Telefonanruf Musikgeschichte schreibt?

    Es ist eine Geschichte, die sich lohnt, erzählt zu werden, weil sie so unwirklich wirkt als wertvolles Zeitdokument, aber auch eine Charakter- wie Milieustudie ist, die zu faszinieren weiß. Mala Emde spielt Vera mit einer beeindruckender Präsenz und zeigt, wie weit sie es mit schierer Willenskraft, Selbstvertrauen und einer Portion Glück letztlich schafft. Es geht um Freiheit, Emanzipation und Rebellion, wie auch um die Kunst der Improvisation.

    Dabei zieht sich der Jazz durch jede Einstellung, ob in Set-Pieces, der Musikwahl, im Drehbuch, dem dramaturgischen Aufbau, im Tempo oder im Schnitt. Layer für Layer harmonisieren die verschiedenen Klangfarben miteinander, wie eingespielte Musiker*innen einer Band. Was entsteht, ist eine stimmige Gesamtkomposition, die auch durch das fantastische Schauspielensemble (John Magaro, Michael Chernus, Alexander Scheer, Ulrich Tukur) getragen wird. 

    Köln 75“ bereitet nicht nur Jazzliebhaber*innen beim Zuschauen und Zuhören Spaß, sondern gewährt auch generell für Newbies einen guten Zugang zum Jazz, wie auch Regisseur Ido Fluk während seiner Arbeit am Film bei sich selbst bemerkte. 

    Fazit:Köln 75“ ist ein Film, der nur so vor Dynamik, Charme und Lebensfreude strotzt, eine Tour de Force der etwas anderen Art, dessen Herzstück die berauschende Performance Mala Emdes in der Rolle der Vera Brandes darstellt.

    Spannend, witzig und unterhaltsam erzählt, mitreißend gespielt und clever inszeniert, trifft „Köln 75“ genau die richtigen Töne.

    Der Film ist wie ein Konzert, in das man spontan reingestolpert ist, sich von einer Freund*in hat überreden lassen und noch nicht genau weiß, wo die musikalische Reise hingeht.

    Wenn man sich aber auf die Musik einlassen kann, ist die Leidenschaft der Künstler*innen richtig ansteckend.

    Eine klare Empfehlung für jedes Publikum!

    Gesehen im Rahmen der Berlinale 2025 in der Sektion Berlinale Special Gala.

    Bewertung: 8/10 ♥️

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