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  • „Islands“ (2025) – Filmkritik: Slow-Burn Mystery-Thriller im Urlaubsgewand

    „Islands“ (2025) – Filmkritik: Slow-Burn Mystery-Thriller im Urlaubsgewand

    Bild: © Juan Sarmiento G. / 2025 augenschein Filmproduktion, LEONINE Studios

    Jan-Ole Gersters Vacation Noir setzt auf subtile Spannung, hypnotische Atmosphäre und ein rätselhaftes Beziehungsgeflecht auf Fuerteventura.

    In „Islands“ sehen wir Tennistrainer Tom (Sam Riley) bei seiner Arbeit auf der kanarischen Insel Fuerteventura. Wenn er nicht auf dem Tennisplatz ist, vertreibt er sich seine Zeit mit Partys, Alkohol und flüchtigen Affären. Bis er eines Tages die Familie Maguire kennenlernt, die ihn aus seiner Alltagsmonotomie herauszuholen scheint. Anne (Stacy Martin) möchte unbedingt Tennisstunden für ihren Sohn Anton (Dylan Torrell) bei Tom buchen und freundet sich mit ihm an. Tom versteht sich auf Anhieb gut mit Anne, ihrem Mann Dave (Jack Farthing) und dem kleinen Anton und führt die Familie auf der Insel herum. Doch die Idylle trügt: Spannungen zwischen Anne und Dave werden immer spürbarer und plötzlich verschwindet Dave spurlos. Anne und Tom werden verdächtigt, etwas mit dem Verschwinden zu tun zu haben.


    „Islands“ ist ein Paradebeispiel für meisterhaftes Slow-Burn-Kino. Ein Vacation Noir, der mit faszinierenden Bildkompositionen und einer dichten, geheimnisvollen Atmosphäre fesseln kann – ähnlich wie „Burning“ (2018) oder die Serie „Ripley“ (2024). Natürlich weckt der Film auch Assoziationen an „Der talentierte Mr. Ripley“ (1999) – allein durch die Dreier-Figuren-Konstellation und das Urlaubs-Setting.

    Stilistisch erinnert der Film allerdings weit stärker an die Serie „Ripley“, insbesondere in der statischen, perfekt komponierten Bildsprache, die eine trügerische Harmonie ausstrahlt bis kleine Unruhemomente diese Ordnung brechen und Unbehagen erzeugen. Dieser visuelle Stil weist auch Parallelen zu Yorgos Lanthimos auf, der mit seinen fotografisch anmutenden, beinahe triptychonartigen Kompositionen ein ähnliches Spannungsverhältnis schafft.

    Doch „Islands“ funktioniert nicht nur über seine hypnotischen Bilder. Es ist das langsame Erzähltempo, das seine eigene Sogkraft entfalten kann. Der Film packt dabei nicht mit klassischen Thriller-Mechanismen, sondern zieht durch eine stetige, schleichende Ungewissheit seine Zuschauer*innen in seinen Bann.

    Wer sich darauf einlässt, wird in einen rätselhaften Strudel aus Andeutungen und latenter Bedrohung gezogen, was wiederum an „Burning“ erinnert.

    Sam Rileys Schauspiel ist so facettenreich in seiner Subtilität, dass das, was durch Mimik oder Gestik transportiert wird, oft mehr sagt als die gesprochenen Worte allein.

    So entsteht ein Mystery-Crime-Film, der viel Raum für unterschiedliche Interpretationen und Lesarten lässt.

    Für mich ist es ein Film über verpasste Chancen, Verantwortung, Verpflichtung, Freiheit und die eigene Sinnhaftigkeit.

    Gesehen im Rahmen der Berlinale 2025 in der Sektion Berlinale Special Gala.

    Bewertung: 8/10 ♥️

    Ausschnitt von Melanie aus der Pressekonferenz zu Islands vom 16.02.2025

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